Geschichte des Herrenhauses

Verbreitete, mit dem Feld umgegebene kleine und mittlere Herrenhöfe bildeten die polnische Landschaft bis zum Ausbruch des II. Weltkrieges. Der Sitz der Adel mit Säulen gestützter Veranda, alles im Barockstil und später im Stil des Klassizismus , wurde in der Literatur der Romantik zum Symbol des Familiennestes.

 

Der Name Mościbrody stammt von Bedarf an Bildung von Furten(brody), um das tiefe, sumpfige Gebiet des Tals vom Fluss Muchawka und seinem Nebenfluss Zbuczynka zu überqueren. Bis jetzt macht dieses Gebiet so einen Eindruck, wenn man die Strecke von Siedlce nach Łuków fährt, die auf einem Damm zwischen dem Ort Białki und Mościbrody gebaut wurde.

 

Das heißt aber nicht, dass Etymologen nichts zu diesem Thema zu sagen haben. In den Quellen ungefähr aus dem Jahre 1511 erscheint also Bartłomiej aus Marścibrodów. Wenn man also die Bedeutung von Überqueren wahr nimmt, kann sich der Name des Ortes so erklären, dass das Wasser an der Stelle der Furt gefaltet(zmarszczona) war. Außerdem wird der Ort auch bis heute noch Maścibrody genannt.

 

Mościbrody liegt im Nordteil des historischen Landes Łuków. Die erste Erwähnung über diesen Ort stammt aus dem Jahre 1529, aus einer Inventarliste des Vermögens von der Familie Borkowski, das damals ein Dorf mit Fläche von der Hälfte einer Hufe bildete. Das Dorf wurde von dem Kleinadel bewohnt.

 

In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts bildete Mościbrody ein Teil des Landratsamts Wiśniew, wessen Eigentümer der Fürst Stanisław Jabłonowski war. Das Dorf gehörte Adam Jastrzębski. 1780 verkauften seine Söhne ein Teil des Gutes Sebastian Jastrzębski. Infolge der nächsten Erbschaften, Vererbungen und Eheschließungen herrschten die Familie Jastrzębski und dann die Familie Borkowski über das Gut.

 

Im 19 Jh. verwaltete die Familie Jarząb das Gut. Das Dorf war jedoch das Regierungsvermögen. 1827 bewohnten das Dorf 135 Personen in 27 Häusern, 1883 waren 134 Personen nur in 10 Häusern. Daraus folgt, dass die Demografie in der Zeit von vielen Volksaufständen nicht änderte, sondern das Vermögen der Einwohner gestört wurde.

 

Das Landgut in Mościbrody wurde in den 40-er Jahren des 19. Jahrhunderts gegründet. Das bis heute existierende Gut wurde von Andrzej Jarząb 1848 an der Stelle des bescheidenen Sitzes für Verwalter gestiftet. Eine schöne Landschaft, ein leicht hügeliges Gelände, ein feuchter Erdboden, der sich gut für eine Parkpflanzung und Errichtung von Teichen reich an Karpfen eignete, förderten die kräftige Blütezeit des Landgutes. Das Gut und das Herrenhaus entwickelten sich gut unter guter Verwaltung des Stifters bis zum Ausbruch des Januar-Aufstands. Die Landwirtschaft brachte gute Erträge, die Karpfen waren im ganzen Königreich bekannt. Die Familie Jarząb veranstaltete Konzerte der Patriotischen Musik und auch Abendtreffen der romantischen Poesie.

 

Diese Zeit dauerte jedoch nicht lang. Im Jahre 1863, wegen des Anteils des Besitzers Jarząb an dem Januar- Aufstand, wurde das ganze ihm zugehörige Vermögen konfisziert. Um das Vermögen zu behalten, lies die Familie das Vermögen Józef verschreiben, der an dem Januar-Aufstand nicht teilnahm.

 

In der Schlacht von Siemiatycze, wo der General Niesrujew die russische Armee leitete, der der Henker von Podlachien genannt wurde, kam Andrzej Jarząb um. Dann kam der General Maniukin selbst und ordnete eine Kontribution des ganzen Vermögens an. Die Russen nahmen Pferde, Schweine, Schafe. Aus den Teichen brachten sie Karpfen auf den Pferdewagen 2 Wochen lang. Als im August1867 die auf diesem Gebiet letzte Schlacht von Żyrzyn austrug, verengte sich der Wohnraum für die Familie auf die Hälfte des Herrenhauses. Nach ein paar Tagen zog die Familie nach Grabianów aus und das Herrenhaus in Mościbrody bewohnte der General Niestrujew Maniukin.

 

Nach der Gründung von dem Gouvernement Siedlce wurde das Gut dem General Maniukin kraft der Höchsten Verordnung zugeteilt. Nach dem Tod des Generals erbte sein Sohn- der Rittmeister von der Garde des Ulanenregiments- Mikołaj Zacharewicz Maniukin das Gut rechtlich. Er verwaltete das Gut bis zu der Zeit der Räumung, also bis zum Ausbruch des I. Weltkrieges.

 

Im Sommer 1915 verreiste die Familie Maniukin nach Russland und verließ sein ganzes Vermögen in Mościbrody.

 

1915 besetzten die Deutschen das verlassene Gut. Nach dem Rückzug der deutschen Truppen im Jahre 1918 wurde das Gut von dem Polnischen Staat übernommen. In der Zwischenkriegszeit nahm es Stanisław Gloger in Pacht, der vor allem für eine wirtschaftliche Entwicklung sorgte. Während des II. Weltkrieges stationierten die deutschen Truppen hier. Das Gut, das von der Wache der Militärpolizei bewacht wurde, verwandelte man in Liegenschaft. Man versuchte auch hier Kautschuk für Zwecke des Militärs zu züchten. Liegenschaft wurde ein Ziel der Beschlagnahme, die 1942 von den Mitgliedern der ersten Abteilung der Kampftruppe Nr 105, konspirativer Organisation „Miecz i Pług“-„Schwert und Pflug“ aus Siedlce durchgeführt wurde. Aus dem Kontingentpunkt, der von den Besatzern im Seitenflügel des Herrenhauses eingerichtet wurde, wurden Eier und Zucker beschlagnahmt. Hier für gelieferte Eier bekamen die Bauer Kontingentzucker und Wodka. Die konfiszierten Waren wurden zur Wassermühle nach Rakowiec geliefert. Der Besitzer der Mühle Zbucki vertrieb sie später durch konspirative Kanäle. An diesem Einsatz nahm Tadeusz Sobczak „Dudek“ mit seinen Kollegen teil.

 

Nach dem Krieg bekam die staatliche Landwirtschaft (PGR) das Gut unter ihre Herrschaft. In dem Herrenhaus wurden die Arbeiter von PGR untergebracht. Von Jahr zu Jahr geriet das Herrenhaus in eine zunehmende Ruine und wurde schrittweise zerstört. Seit 2000 haben private Eigentümer das Herrenhaus in Besitz, die es im letzten Moment von der totalen Ruine retteten.

 

Das Herrenhaus und Vorwerksgebäude nach der stilreinen Rekonstruktion verlieren ihren Stil und Klasse nicht. Das Herrenhaus wurde mit besonderem Schwerpunkt auf architektonische Details aus der Zeit seiner vergangenen Herrlichkeit wieder errichtet. Das rekonstruierte und wunderbar erhaltene Herrenhaus regt zum Nachdenken an, wie das Schicksal von vielen anderen Herrenhäusern und Gutshöfen, die darauf warten, wiederbelebt zu werden und ihre vergangene Herrlichkeit zurückzugewinnen.